Körperliche Anspannung

Chronische Muskelverspannungen, Kieferpressen, Schultern hochziehen, innere Unruhe, Wackeln mit den Beinen, Spielen mit Fingern und Händen oder auch das dauerhafte Gefühl von Angestrengtsein.  Körperliche Anspannung ist häufig ein früherer messbarer Ausdruck psychischer Belastung. 

Was steckt dahinter?

Der Körper speichert Stress als Muskelspannung, eine evolutionäre Schutzreaktion (Kampf-oder-Flucht). Bei chronischem Stress bleibt das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft. Das führt zu Verspannungen, Kopfschmerzen, Magenprobleme und Schlafstörungen. Körper und Psyche sind keine getrennten Systeme. Chronische körperliche Anspannung ist immer auch ein Signal der Psyche.

Wann ist es normal & wann ernst nehmen?

✓ Eher normal

Kurze Anspannung in Stresssituationen, die sich danach löst. Muskeln nach körperlicher Arbeit.

⚠ Ernst nehmen

Wenn Anspannung zum Dauerzustand wird, körperliche Beschwerden (Rücken, Kiefer, Kopf) entstehen oder Entspannung kaum mehr möglich ist.

Was kannst du heute noch tun?

1. Progressive Muskelrelaxation (Kurzform)

Die am besten belegte Entspannungsmethode der Verhaltenstherapie. Wirkt über An- und Entspannung der Muskelgruppen direkt auf das Nervensystem.
→ Faust ballen und 7 Sek. anspannen – dann loslassen und 30 Sek. spüren
→ Schultern zu den Ohren ziehen – halten – loslassen
→ Durch 5–6 Muskelgruppen gehen (Beine, Bauch, Schultern, Gesicht)
→ Ganzer Durchgang: ca. 10–15 Minuten

2. Body Scan

Erhöht die Körperwahrnehmung und unterbricht den automatischen Anspannungskreislauf durch bewusstes Wahrnehmen.
→ Hinlegen oder ruhig sitzen
→ Aufmerksamkeit langsam von den Füßen bis zum Kopf wandern lassen
→ Spannungen wahrnehmen – ohne zu verändern – einfach beobachten
→ Bei Spannungsorten: Ausatmen und bewusst loslassen

Pro-Tipp: Durch die imaginäre Visualisierung der Anspannung im Körper kann man versuchen, sie durch die Atmung zu verändern. Z.B. harter, schwerer Stein im Magen wird durch Atmung zu rundem, leichtem Ball.

3. Physiologisches Seufzen

Eine einfache, sofort wirksame Technik zur Aktivierung des Parasympathikus. Quasi ein neurobiologischer Entspannungsauslöser.
→ Doppelter Einatemer durch die Nase (kurz, kurz)
→ Dann langer, langsamer Ausatem durch den Mund
→ 3–5 Mal wiederholen

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

→ Körperliche Beschwerden (Rücken, Kiefer, Kopf) chronisch werden
→ Entspannung trotz Übung kaum mehr möglich ist
→ Die Anspannung von starker Angst oder Herzrasen begleitet wird
→ Du dich dauerhaft wie "auf dem Sprung" oder "unter Strom" fühlst

⚠ Diese Seite ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich an eine Fachperson. — PräventSkills

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