Gefühl der Leere

Ein anhaltendes Empfinden von innerer Leere, Taubheit oder Sinnlosigkeit. Oft schwer in Worte zu fassen. Das Gefühl der Leere ist häufig konfus und schwer zu beschreiben sein. Dadurch kann es dazu führen, dass es von außen schwer verstanden und dadurch stigmatisiert wird. 

Was steckt dahinter?

Das Gefühl der Leere kann viele Ursachen haben: emotionale Erschöpfung, Verlust von Sinn oder Verbindung, anhaltende Unterdrückung von Gefühlen oder als Begleiterscheinung depressiver Episoden. Es ist nicht "Nichts fühlen", sondern das Schmerzhafte Empfinden von Abwesenheit. Neurobiologisch ist es oft mit einer reduzierten Aktivierung des Belohnungssystems (Anhedonie) verbunden.

Wann ist es normal & wann ernst nehmen?

✓ Eher normal

Vorübergehendes Gefühl nach Verlusten, Übergangsphasen (Jobwechsel, Ende von Beziehungen) oder nach langen Belastungsphasen.

⚠ Ernst nehmen

Wenn das Gefühl dauerhaft ist, keine Situationen mehr Freude oder Bedeutung erzeugen und es mit Hoffnungslosigkeit verbunden ist.

Womit tritt es häufig gemeinsam auf?

Erschöpfung Antriebslosigkeit Sozialer Rückzug Emotionale Taubheit

Was kannst du heute noch tun?

1. Werte-Kompass erkunden

Leere entsteht oft, wenn das Leben von den eigenen Werten entkoppelt ist. Diese Übung bringt Verbindung zurück – nicht durch Leistung, sondern durch Bedeutung.
→ Frage: "Was hat früher Bedeutung gehabt, auch wenn es gerade nicht so ist?"
→ 3–5 Werte aufschreiben (z.B. Verbindung, Kreativität, Gerechtigkeit, Natur)
→ Eine kleine Handlung heute, die einen dieser Werte ausdrückt/bestärkt

2. Emotionen benennen → auch die Leere

Das bewusste Benennen von Gefühlen (auch wenn es "leer" ist) aktiviert den präfrontalen Kortex und reduziert die Intensität des Erlebens (Affect Labeling).
→ "Ich fühle gerade Leere" – das laut oder schriftlich benennen
→ Kein Lösungsdruck: einfach wahrnehmen und benennen
→ Optional: Wo spürst du die Leere im Körper? Wie groß ist sie? Hat sie eine Farbe?

3. Mikro-Momente der Verbindung

Leere wird durch Verbindung mit anderen, mit Natur oder mit dem eigenen Körper aufgebrochen. Kleine Momente zählen.
→ Heute: Eine Person anschauen und bewusst lächeln
→ 5 Minuten draußen sein und etwas Lebendiges beobachten (Baum, Vogel, Wolken)
→ Eine körperliche Empfindung bewusst wahrnehmen: Wärme, Textur, Atemzug

4. Murmel Technik

Eine einfache Technik die hilft, aus dem Gefühl der Leere in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren
→ Ein paar kleine Murmel (Steine, Münzen,...) in die linke Hosentasche legen
→ Immer wenn du einen Moment der Verbindung, Freude oder Dankbarkeit erlebst (auch einen ganz kleinen) eine Murmel von der linken in die rechte Hosentasche wandern lassen
→ Am Abend: Wie viele Murmeln sind gewandert? Die Übung macht positive Momente sichtbar, die sonst häufig untergehen

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

→ Das Gefühl der Leere dauerhaft ist und sich nicht mehr situativ erklären lässt
→ Es mit Gedanken wie "Es hat keinen Sinn" oder Hoffnungslosigkeit verbunden ist
→ Du dich selbst verletzt oder Gedanken daran hast, um Gefühle zu erzeugen oder zu betäuben
→ Es dir schwerfällt, dieses Gefühl jemandem zu beschreiben oder anzuvertrauen

⚠ Diese Seite ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich an eine Fachperson. — PräventSkills

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